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SensAbility Kongress 2012

Beitrag von TV Mittelrhein zu SensAbility 2012

Rückblick auf SensAbility 2011

Unter dem Motto „Move more than your career“ fand am 21. und 22. Januar 2011 zum zweiten Mal „SensAbility – The Social Enterprise Conference“ statt. Zentrale Themen waren soziale Verantwortung und Social Entrepreneurship.

Nach einem kurzen Empfang und einführenden Worten von Prof. Dr. Frenkel, Rektor der WHU – Otto Beisheim School of Management, stand der Vortrag von Dr. Jürgen Heraeus auf dem Programm. Er hat als Unternehmer und Vorsitzender von UNICEF Deutschland bereits viele Erfahrungen im Bereich Social Business gesammelt. Inhalte seiner Rede „Karriere und Engagement – ein Trade-off?“ waren beispielsweise die kritische Betrachtung der von Josef Ackermann oft zitierten „25% Dividende“. Es gäbe wenig Platz für soziales Engagement in einer dermaßen gewinnorientierten Unternehmensleitlinie. Wichtig wäre es, sowohl „Win-Win“ Situationen für alle Beteiligten zu schaffen, als auch Führung in sozialen und gemeinwohlorientierten Organisationen genauso zu verstehen wie in herkömmlichen Unternehmen. Gutmensch zu sein reiche nicht aus, um hier erfolgreich zu sein.

Die daran anschließende Podiumsdiskussion stellte einen von vielen Höhepunkten des Kongresses dar: „Und was machen wir? Die gesellschaftlichen Aufgaben der nächsten Generation und die Rolle von Politik und Wirtschaft“ war das Thema der Runde mit Dr. Mark Speich (Vorsitzender der Vodafone Stiftung), Elisabeth Heid (Mitglied der Geschäftsführung von Teach First Deutschland), Dr. Miriam Müthel (Assisstant Professor für Organisation und Personalmanagement an der WHU) sowie Nils Aldag (Gründer von SunFire GmbH und Desertec Foundation). Als Moderator Nazim Cetin, Herausgeber der Zeitschrift „agora42“, die Frage nach der Definition von Gesellschaft stellte und keiner dies zu beantworten wusste, meldete sich Christian Schmitt, Gründer von Social², zu Wort. Eigentlich Zuschauer hinterfragte er den Sinn einer solchen Frage, dass eher über Mittel und Wege diskutiert werden sollte, anstatt sich in einer Debatte aufzuhalten. Auch Prof. Dr. Jochimsen, Leiter des Workshops „Baumhaus“, ergriff daraufhin das Wort: „Ich kann nur mit dem Kopf schütteln, wenn ich junge Menschen darüber reden höre, ob sie lieber Karriere machen oder sich sozial engagieren. Das Leben ist viel zu kurz für einen schlechten Job und man sollte es deshalb immer im Zeichen sozialer Verantwortung führen.“ Auch John Bird, Gründer der berühmten Obdachlosenzeitung „The Big Issue“ aus London, wollte dem etwas entgegensetzen und fand dafür sehr deutliche Worte:„Fuck giving money to the poor, give them the opportunity to get money!“ Gekonnt fasste Moderator Cetin die verschieden Ansichten mit einem Zitat des Philosophen Theodor Adorno zusammen: „Es gibt kein richtiges Leben im falschem.“

Das Abendessen fand im festlich geschmückten Gewölbekeller der Marienburg in Vallendar statt, wo in Begleitung von angenehmer Jazzmusik ein Menü serviert wurde und die A-cappella-Gruppe der WHU ihr Können zum Besten gab. John Bird nahm die festliche Stimmung zum Anlass ein altes irisches Trinklied anzustimmen, was für große Freude unter den Teilnehmer sorgte. Beendet wurde der schöne Abend mit einem kühlen Bier in der Studentenkneipe Korova.

Am Samstagmorgen stellte Peter Spiegel, Leiter des Genesis Instituts und Veranstalter des “Vision Summit”, in seiner Rede erfolgreiche Social Enterprises vor. Er betonte die Tatsache, dass sich jedes Unternehmen, egal mit welchem Hintergrund, rentieren muss und auch kann. Als Beispiel nannte er die durch den Nobelpreis ausgezeichnete Grameen Bank, welche Mikrokredite in Entwicklungsländern vergibt und damit sogar Gewinn erzielt. Er rief zur Kreativität auf, denn man könne benachteiligten Menschen durch gute Ideen ein besseres Leben bieten. Durch die individuellen Fähigkeiten jedes Einzelnen entstehen zahlreiche Möglichkeiten – jeder kann „sozialer Innovator“ werden.

Direkt im Anschluss daran stellte Ulrich Martin Drescher, stellvertretender Vorsitzender der Stiftung Weltvertrag, die Initiative “Global Marshall Plan” vor, deren Ziel es ist, einen Beitrag für eine weltweite ökosoziale Marktwirtschaft zu leisten. Auch er forderte zum Eingreifen auf und betonte die Gefahr ungezügelten Wachstums. Besonders wichtig war ihm die Frage der Chancengleichheit verschiedener Länder in Verbindung mit Menschrechten darzulegen.

Nach einer zweistündigen Workshop-Session folgte nun die lang erwartete Rede von John Bird. Er hatte bereits die Podiumsdiskussion als Plattform genutzt, seine Ideen vorzustellen, und das Abendessen, um seine Entertainmentqualitäten zu zeigen. Das angebotene Mikrofon legte er beiseite. Ein John Bird braucht kein Mikro, er lässt Lautstärkeneinbuße mit Präsenz vergessen. Zunächst nahm er die Teilnehmer mit auf einen Exkurs in seine bemerkenswerte Biographie („I’m an ex-racist, ex-communist, ex-prisoner, ex-homeless.“), um dann die Hintergründe seines Wandels verdeutlichen zu können. So war für ihn besonders das Lesen lernen und das eigenständige Erkennen von politischen Zusammenhängen von großer Bedeutung. Weiter nutzte er seine Rede vor allem dazu, den Teilnehmern aufzuzeigen, dass es zahlreiche Möglichkeiten gibt, sich für Menschen einzusetzen. Dazu führte er seine Zeitschrift „The Big Issue“ als konkretes Beispiel auf. „Homelessness is not unique, it’s a disease in meritocracy“ („Obdachlosigkeit ist nicht selten, sie ist eine Pest in der Leistungsgesellschaft“), predigte er eindrucksvoll und erläuterte, dass er mit seiner Zeitung Obdachlosen die Möglichkeit wiedergeben möchte, in Würde Geld zu verdienen.

Das Schlusswort gehörte Dr. Bernhard Conrads, ehemaliger Bundesgeschäftsführer der Bundesvereinigung Lebenshilfe und Vorstandsmitglied bei Aktion Mensch. In einem tiefgehenden Vortrag sprach er von der Notwendigkeit sich vermehrt sozial zu engagieren, denn „wenn wir uns in unserer Gesellschaft nicht selbst strangulieren wollen, sind wir dazu gezwungen, für mehr Gerechtigkeit in der Welt zu sorgen“. Er beleuchtete wie bereits Dr. Jürgen Heraeus das Spannungsfeld Karriere in einer non-profit Organisation vs. Karriere in klassischen Unternehmungen und zeigte deutliche Überschneidungen auf sowie, dass sich beide Dinge nicht ausschließen müssen.

SWR-Beitrag zu SensAbility 2010

Über SensAbility
SensAbility ist eine studentisch organisierte Konferenz zum Themenfeld soziales Unternehmertum mit einem Fokus auf konkretem Handeln. In Workshops, Crashkursen und Reden werden unsere Teilnehmer mit Sozialunternehmern in Kontakt gebracht und erhalten die Möglichkeit, sich gesellschaftlich nachhaltig zu engagieren.
Klimaneutralität
ClimatePartner_Event_DE_100px SensAbility – The Social Enterprise Conference wird klimaneutral stattfinden. Die CO2-Emissionen werden berechnet und in gleicher Menge durch die Förderung eines Wasserkraftprojekts in Renun, Indonesien, ausgeglichen.
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